Intervallfasten – Die Diät des 21. Jahrhunderts
Intervallfasten

Intervallfasten – Die Diät des 21. Jahrhunderts

Periodisches Fasten oder auch intermittierendes Fasten. Die meisten haben schon davon gehört, doch was ist es eigentlich? Was ist erlaubt und vor allem, bringt das wirklich was? Es werden Ergebnisse ohne Verzicht versprochen, kann das überhaupt sein?

Was ist Intervallfasten?

Intervallfasten oder auch intermittierendes Fasten genannt ist eine besondere und vereinfachte Art des Fastens. Die Essenszeit wird deutlich reduziert und somit oft ein Gewichtsverlust und andere Vorteile hervorgerufen. Das gängigste Model ist wohl das 16:8 Intervall – also sechzehn Stunden fasten und acht Stunden Essen. In der Periode wo das Essen erlaubt ist, sind auch keine Restriktionen vorgesehen. Man darf also theoretisch alles zu sich nehmen, ob Kuchen, Wein oder Schnitzel. Klingt zu gut um wahr zu sein? Sehen wir uns die Fakten an.

Was macht periodisches Fasten mit mir?

Einer der wohl am meisten bekannte und auch sehr bemerkenswerte Effekt ist die Zellerneuerung. Fügt man dem Körper über eine längere Periode keine Nahrung zu, kämpfen unsere Zellen ums Überleben und müssen sich nach alternativen Erhaltungsprozessen umsehen. Dies geschieht dadurch, dass die stärkeren Zellen die schwächeren auffressen. Klingt etwas brutal und fast kannibalisch, hat allerdings immense Vorteile. Der Körper wird durch diesen Prozess von innen heraus stärker, da alle schwachen Zellen zerstört werden, die stärksten überleben und sobald Nahrung wieder zugefügt wird, neue, starke Zellen nachproduziert werden können. Diesen Prozess nennt man Autophagie und es ist einer der wichtigsten Vorteile beim periodischen Fasten.


 

Als ob das nicht schon ein richtig guter Grund wäre, dem intermittierendes Fasten eine Chance zu geben, vielleicht ist die erhöhte Ausschüttung an menschlichem Wachstumshormonen interessant. Menschliche Wachstumshormon, kurz HGH (human growth hormone) scheint in deutlich größeren Mengen produziert zu werden, wenn wir fasten, als in jedem anderen Stadium. Nun, um die ganzen Vorteile von HGH aufzulisten wäre vermutlich ein eigener Artikel notwendig. Es sei aber so viel gesagt: von Promis bis zu Profi Bodybuildern, viele schwören auf die Fähigkeit dadurch leichter Fett zu verlieren. Der Stoffwechsel funktioniert dadurch besser, die Schlafqualität wird in der Regel erhöht und selbst in der Anti Aging Medizin findet es hohe Beliebtheit. Um die ganzen Vorteile von menschlichem Wachstumshormon herauszufinden, bitte ich Sie sich selbst zu informieren, da diese einfach den Rahmen sprengen würden. Aber ich kann mit hoher Gewissheit sagen, dass eine höhere Produktion von HGH zu einem potenziell besseren Abnehmerfolg führen wird.

Der wohl offensichtlichste Vorteil ist aber immer noch der, dass weniger Zeit zum Essen in weniger Kalorien resultiert. Denken Sie einfach mal logisch darüber nach. Auch wenn es keine Restriktionen oder ähnliches gibt, es eliminiert die Option beim Film vorm Schlafen Gehen noch eine Tüte Chips aufzureißen, oder die Option auf ein üppiges Frühstückt, je nachdem wie Sie Ihre Essenszeit legen. Diese kleine aber sehr feine Sache macht einen gewaltigen Unterschied. Sie können nicht essen, wenn Sie Lust darauf haben, sondern haben dafür nur ein begrenztes Zeitfenster. Naschen oder eine Kleinigkeit zu sich nehmen, weil man einen umgangssprachlichen „Guster“ hat, fällt somit flach, wie auch der Bauch nach einer Weile flach fällt.

 

Wo ist der Haken?

Diese Frage stellen sich bestimmt viele an diesem Punkt. Schneller Abnehmen, stärkere Zellen und sogar einen potenziellen Anti Aging Effekt? Warum macht das dann nicht jeder?

Der erste und wahrscheinlich offensichtlichste Punkt ist, dass nicht jeder diese Ernährungsform kennt. Intervallfasten ist nicht neu. Es existiert schon seit Ewigkeiten, doch ist erst seit kurzem wieder in aller Munde. Auch wenn viele Vorteile sehr verlockend sind, so wieder spricht es doch allem, was wir in der Schule gelernt haben, oder? Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages, zu Mittag ist man was mit den Kollegen und zu Abend mit der Familie. Es hat eine gewisse soziale Komponente diesen Zyklus beizubehalten. Sehen Sie, fast jedes Kind weiß, dass wenn man zu viel Schokolade isst, man dicker wird. Doch die wichtigste Mahlzeit des Tages, das Frühstück wegzulassen und damit nachhaltig Erfolge erzielen? Es wiederspricht dem, was uns bereits als Kind implementiert wurde und deswegen stolpern die Meisten erst gar nicht über diese Methode.

Ein weiterer Punkt ist, dass es einfach nicht für jeden das Richtige ist. Gebe es eine idente Lösung für alle, so würden wir weniger Ärzte brauchen und schon gar keine Ernährungsberater. Dann würde jeder einfach das Selbe machen, richtig? Doch jeder Mensch ist tatsächlich ein Individuum, genauso auch seine Ernährungsgewohnheiten. Der eine ist Laktoseintolerant, der andere Vegetarier und diese Liste kann man ewig so weiter führen. Manche finden einfach nicht in den Tag, wenn sie nicht ausgiebig Frühstücken. Andere wiederum können nachts nicht einschlafen, wenn Sie hunger verspüren sollten. Klar, man kann diese Ernährungsform so individuell anpassen, dass man diese Probleme umgeht, doch da scheitert es auch schon wieder an der Disziplin. Viele sagen dann einfach: „Ach, ich mach einfach mehr Sport.“ oder „Ich esse einfach weniger.“, bevor sie solche Umstellungen eingehen müssen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und alles was Veränderung bedeutet ist anstrengend, sei sie oft noch so klein.

Abgesehen davon, hat diese Ernährungsform so gesehen keine Nachteile. Während der Essensperiode sollte man darauf achten, seinen Nährstoffhaushalt optimal abzudecken, doch das sollte man sonst doch auch.

Was ist während der Fastenzeit erlaubt?

Diese Frage ist ganz einfach beantwortet. Tee, Kaffee und Wasser. Alles ungesüßt und natürlich auch ohne Milch oder ähnlichem. Theoretisch gesehen sind kalorienfreie Getränke auch erlaubt, aber davon würde ich grundsätzlich abraten. Süßstoff und Zuckerimitate haben oft die Eigenschaft das Hungergefühl zu fördern. Schwarzer Kaffee wiederum hemmt diese, daher würde ich dabei auch bleiben.
Abgesehen davon, selbstverständlich nichts essen, immerhin ist es ja die Fastenzeit.

Gibt es noch was, worauf ich achten muss?

Ja, in der Tat. Das ist zwar ein Profitipp und hat so gesehen weniger Einfluss auf den Gewichtsverlust, sondern mehr auf das Wohlbefinden. Die erste Mahlzeit die Sie nach Ihrer Fastenperiode zu sich nehmen sollte möglichst leicht und arm an Kohlehydraten sein. Ist man nämlich zu viel Kohlehydrat- und Zuckerhaltiges, so bekommt man danach ein sehr unangenehmes Gefühl der Müdigkeit, da die Insulinrezeptoren aggressiv aktiviert werden. Ein paar hartgekochte Eier, ein Stück Obst und eine handvoll Nüsse bieten sich hierzu gut an, aber erneut, dass ist nur die Spitze des Eisbergs, ein kleiner Tipp und keine Notwendigkeit.

Wie schnell habe ich Ergebnisse zu erwarten?

Nun, ob sie damit schnell abnehmen hängt ganz von Ihnen ab. Es ist eine Optimierung unserer Ernährung, keine Crashdiät. Das bedeutet, wenn Sie dazu noch regelmäßig Sport treiben, sich während der Essenphase sehr gesund ernähren, dann werden Sie erste Ergebnisse innerhalb weniger Tage, maximal einer Woche sehen. Machen Sie das nicht, kann es schon etwas über eine Woche dauern. Ganz wichtig hierbei ist natürlich anzumerken, dass schnell abnehmen eine Sache ist, gesund abnehmen eine andere. Versuchen Sie nie deutlich mehr als ein Kilogramm pro Woche zu verlieren. Falls doch, sollten Sie dies eventuell vorher mit Ihrem Arzt besprechen, da radikale Diäten oft auch gesundheitliche Folgen haben können.
Zudem sollten Sie nach einer bis zwei Wochen einfach mal kurz die letzten Erfahrungen Revue passieren lassen und für sich selbst entscheiden, ob diese Form des Fastens was für Sie ist. Wie fühlen Sie sich im Alltag? Haben Sie Beschwerden, oder geht es Ihnen deutlich besser wie zuvor? Führen Sie dazu am besten über ungefähr zwei Wochen ein kurzes und knackiges Tagebuch darüber. Sehen Sie wie Ihr Körper sich an die neuen Umstände adaptiert und ob es ihm gefällt und erst dann entscheiden Sie selbst!

Alles in einem muss ich objektiv betrachtet, aber auch aus persönlicher Erfahrung sagen, dass periodisches Fasten wohl eine der besten Sachen ist, die ich für mich entdeckt habe. Weder muss ich auf Kohlehydrate achten, noch muss ich mein Essen abwiegen und schon gar nicht muss ich massenhaft Kohlsuppe essen. Es lässt sich perfekt ins Leben implementieren, gibt einem alle Freiheiten und hilft einem trotzdem dabei, nachhaltig und gesund abzunehmen, oder einfach sein Gewicht zu halten und sich besser zu fühlen. Ohne Einschränkungen, ohne Restriktionen, nur mit ein bisschen Bewusstsamkeit.

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Einfach in die Kommentare schreiben.

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Hallo Diätbutler,

    ein guter Artikel! Ich mache Intervallfasten seit ca. März 2018 und liebe es. Anfangs habe ich wenig auf der Waage bemerkt, aber am Körper. Der Heißhunger ist auch kein Problem, ich trinke vormittags Wasser und mein Essensfenster beginnt um 20 Uhr. Mittlerweile benötige ich auch nur noch 2 Mahlzeiten am Tag, da ich reichhaltig frühstücke mit Eiern.

    Das Schöne ist, man kann Intervallfasten mit anderen Ernährungsformen kombinieren, wie zum Beispiel die LCHF-Ernährung.

    Alles Gute weiterhin!
    Susanne Burzel

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