Whey Protein

Whey-Protein-Proben
Proben verschiedener Geschmacksrichtungen

Whey oder besser Whey Protein ist im Moment, im wahrsten Sinne des Wortes, in aller Munde. Das Nahrungsergänzungsmittel wird als das Supplement überhaupt für den schnellen Muskelaufbau angepriesen und somit ist es überall dabei, wird in sämtliche Speisen gerührt und ist in jeder „Fitnessküche“ die Zutat Nummer eins. Auch als Mehlersatz wird das gute Whey Protein gelobt und gefeiert. Aber warum? Was ist dran bzw. drin im Whey?

Was ist Whey Protein?

Bei Whey handelt es sich um den englischen Namen des Molkeprotein und ist eigentlich ein Abfallprodukt. Ja, das klingt jetzt schlimmer als es ist. Molke fällt bei der Käseproduktion an.
Vereinfacht ausgedrückt, setzen sich die festen Bestandteile als Käse ab. Die Flüssigkeit die übrigbleibt, mit weniger als 1% Eiweiß, wird als Molke bezeichnet. Wenn man der Molke nun die Flüssigkeit entzieht bleibt das Laktalbumin/Molkeneiweiß bzw. Whey Protein übrig.

Eigenschaften des Whey Proteins

Das Whey (Laktalbumin) ist als Einzelprotein mit der höchsten biologischen Wertigkeit von 104. Es soll auch Supplementhersteller geben die Ihre Produkte mit einer Wertigkeit von bis zu 157 anbieten. Dabei soll es sich um reines, nicht denaturiertes Molkeneiweiß handeln. Dies konnte, bis heute, jedoch nicht bestätigt werden.

Whey-Proteine verfügen zudem über ein reichhaltiges Aminoprofil besonders an den essentiellen BCAA Aminosäuren. Auch ist Whey-Protein sehr schnell verdaulich so dass ein Anstieg der Aminosäuren im Blut nach ca. 30 Minuten nachgewiesen werden kann, abhängig von der Zubereitung und dem Füllstand des Magens.
Jedoch sinkt dieser Plasmaaminospiegel auch schnell wieder so dass nach ca. 240 Minuten wieder ein basaler (Grund oder Ausgangswert) Wert beobachtet wird.

Es gilt jedoch zu beachten das ein hoher Konsum an Whey-Protein nicht nur die Proteinsynthese anregt, sondern auch die Leucin Oxidation fördert. Dadurch werden vermehrt Aminosäuren zur Energiegewinnung verstoffwechselt. Ein Effekt der so nicht gewünscht ist, da die Aminosäuren als Muskelbausteine und nicht als Energieträger benötigt werden.
Hier hat das minderwertige (wenn man die Biologische Wertigkeit betrachtet) Kasein (oder auch Casein) deutliche Vorteile.

Auch wurde ein regelmäßiger Whey-Protein-Konsum in einigen Studien mit einem Anstieg des HDL-Cholesterins in Verbindung gebracht sowie einer positiven Anpassung der Blutfettwerte.

Whey Protein in der Küche

In der letzten Zeit wird Whey auch immer häufiger in der Küche, oft als Mehlersatz, verwendet. Hier werden besonders die Anabolen Eigenschaften des Proteinpulvers in den Vordergrund gestellt und die besonderen Wirkungen angepriesen.
Was jedoch hier des Öfteren vergessen wird, ist die Wechselwirkung des Whey-Proteins mit anderen Lebensmitteln. Besonders sei hier der Mager-Quark genannt, der aufgrund seines hohen Casein Anteils die Aufnahme des schnellen Whey-Proteins bremst.

Besonders in den verschiedenen „Alternativ-Gerichten“ wie Eiweißbrot, Kekse und Kuchen wird Mager-Quark eingesetzt. Quark hat einen sehr hohen Anteil an Casein und dieses Protein „Gerinnt“ im Magen-Darm-Trakt und bindet somit auch das schnelle Whey.
Diese Eigenschaft des Casein wird auch oft als Argument von Veganern gegen Milch und Milchprodukte angeführt.

Fazit

Whey-Protein hat seinen festen Bestandteil in der Fitnesswelt und kann durchaus einen positiven Effekt haben wenn es um Muskelaufbau und Körperkomposition geht. Die beworbene Allzweckwaffe ist es jedoch nicht.
Bei den meisten Hobbysportlern ist eine erhöhte Anreicherung der Mahlzeiten mit Whey auch nicht notwendig. Anders sieht es natürlich bei Wettkampfsportlern aus bei denen jedes Gramm zählt und die ihre Supplements fast schon minutiös planen.

Whey Protein macht am meisten Sinn gleich nach dem Aufwachen, um den Körper sofort mit Aminosäuren zu versorgen. Am besten 30 Minuten vor dem Frühstück damit Nahrungsbestandteile die Aufnahme nicht bremsen.
Als Preworkout Shake ca. 30-45 Minuten vor dem Training. So das während der Belastung auch wieder Aminosäuren zur Verfügung stehen.

Gleich nach dem Training mit einer Kohlenhydratquelle. Hier wird der Bedarf an Aminosäuren, zum Reparieren der Muskelfasern, am schnellsten gedeckt. Durch die Kohlenhydrate wird Insulin ausgeschüttet was den anabolen Effekt noch versteckt.

Zum geschmacklichen abrunden kann man Whey durchaus verwenden. So gibt es dem Magerquark den Geschmack nach Schokolade oder Vanille. Jedoch wird der Whey-Effekt halt ausgebremst. Da Whey in der Regel jedoch günstiger ist, kann man es auch durchaus zum Kochen verwenden.

Quelle:

Yoshizawa F. Takashi N., Nishizawa N., and Ryuhei Funabiki (1997). Protein synthesis and degradation change rapidly in response to food intake in muscle of food-derived mice, J. Nutr. 127, 1156-1159.

Wolfe R.R. (2001). Control of muscle protein breakdown: Effects of activity and nutritional states. Int. J. Sport Nutr. And Exerc Metab., 11, S164-S169.

Mahe R., Roos N., Benamouzig R., Davin L., Luengo C., Ganon L.,Gausseres N., Rautureau J. and Tome D (1996). Gastrojejunal kinetics and the digestion of [15N]beta-lactoglobulin and casein in humans: the influence of the nature and quantity of the protein. Am J. Clin Nutr, 63, 546-552.

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